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Ich – Welt: Wenn alles immer eine Premiere ist

Sie kennen das, wenn immer alles eine Premiere ist. In der VUCA Welt scheinen einige von dieser Idee besessen. Es gibt der Komplexität und der Dynamik geschuldet gar keine Routine mehr.

Bei dem Thema bin ich ja sehr ambivalent. Zum einen kenne ich einen Lieferanten, der sehr viel immer wieder als Premiere aufsetzt. Nicht weil es so gewollt ist, sondern der Tatsache geschuldet, dass sich neues, junges Personal daran beüben darf. Wenn Sie noch nicht wissen, wovon ich rede, dann schauen Sie mal, wer in Ihrer Organisation grosse Umzugsprojekte bekommt: Es sind nie diejenigen, die das schon einmal gemacht haben. Nein der Jüngste bekommt das Projekt, weil er daran wachsen kann. Und weil wir Erfahrenen uns daran nicht die Finger verbrennen wollen. So wird als jedes grosse Umzugsprojekt zur Premiere für denjenigen, der Regie führt und für alle Betroffenen.

Wir haben die Einführung unserer neuen Systeme im April und Mai gehabt und haben diese jetzt im Stresstest der Verkaufssaison zum ersten Mal getestet. Das gute an den neuen Prozessen war, dass wir alle eine grosse Premiere hatten. Und diese ist aus meiner Sicht ziemlich gut gelungen. Wir hatten kleinere Probleme, die aber im Zuschauerraum niemand bemerkt hat, glaube ich.

Trotzdem haben wir Punkte mitgenommen, die wir verbessern möchten. Für mich persönlich waren das Adler-Tage. So viel zu tun und trotzdem keine Ahnung ob es reichen wird. Ich denke wir haben es sehr gut gelöst bis jetzt. Es dauert ja noch gut einen Monat. Aber alles Entscheidende ist erledigt und wir können zufrieden sein. Wie Dowding müssen wir nun nur warten.

Leider erleben wir genügend Themen, wo es komplizierter ist. Für unseren Lieferanten sind die neuen Prozesse und Systeme eine andauernde Herausforderung. Sozusagen ist alles immer eine Premiere. Jeden Tag aufs Neue. Das macht mir schon ein wenig Kopfschmerzen.

Im Feld des IT-Betrieb, wo es sich ja nur um Strom und Wasser handelt. Wo man den Blumenstrauss, den man hat im besten Fall behalten kann, wie das vor einiger Zeit ein CIO Kollege so schön umschrieben hat. Heute, wo die Abhängigkeit von der IT so gross ist, kann man sich immer weniger erlauben. Dabei sind die Systeme, auf deren Wert wir bis jetzt immer so gezählt haben, immer anfälliger und Störungen werden zum Normalfall. Beispiele gefällig: SBB, Swiss, Strom.

Nun gut, vielleicht muss es einfach so sein, dass man System heute bis an ihre Belastungsgrenze treibt. Und als CIO gewinnt man heute ja nicht mehr zwingend durch stabilen Betrieb, sondern durch unablässige Lieferung von Innovation. Wobei daran glaube ich nicht. Man kann gutes Handwerk, nicht durch bunte Innovation ersetzen.

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