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Ich – Welt: Nach der Einführung ist vor dem Betrieb

Über das Opernhaus und seine Funktion wurde an dieser Stelle schon mehr als einmal geschrieben. Mehrmals haben wir die Innovation und deren Entwicklung besprochen. Aber den Moment wo etwas von der Innovation in den Betrieb wechselt, haben wir noch nicht genügend beleuchtet. An dieser Stelle kann man sehr viele Erfahrungen machen. Hier einige Beispiele:

  • „Alles ist immer eine Premiere“ – Es gibt Betriebler (schweizerisch für Betriebsmenschen) und Lieferanten, bei denen ist alles immer eine Premiere. Wir machen alles manuell und machen es immer wieder Neu. Es macht schliesslich den Mitarbeitenden viel mehr Spass, gegen eine Deadline zu arbeiten und alles wieder und wieder zu erfinden. Solch ein Vorgehen erhöht immer wieder den Wert der Mitarbeitenden.
  • „Wir lernen im Betrieb, was wir überwachen wollen“ – Häufig bestehen lose gekoppelte Systeme aus verschiedenen Elementen von verschiedenen Lieferanten. Und es wäre gut, wenn minimal jeder Lieferant seine Systeme überwacht. Wenn möglich automatisiert. Und am Besten macht man diese Betriebsdaten auch den Anderen zugänglich. Man kann aber auch nichts machen und warten bis etwas nicht mehr läuft und man dann Feuerwehr spielen kann.
  • „Wir überwachen nur Elemente, aber keine Zusammenhänge“ – Die Variante von keiner Überwachung ist die Überwachung von einzelnen Elementen ohne den Kontext zu verstehen. Da beginnen die Probleme schon im Projekt. Sie gehen dann im Betrieb weiter.
  • „Feuerwehr Einsätze werden besser belohnt als stabiler Betrieb“ – Es gibt Unternehmen, wo das Helden-Dasein besser belohnt wird als langweiliger, stabiler Betrieb. Es macht ja auch mehr Spass, bekannte Probleme immer wieder aufs Neue zu lösen. Es ist nicht gut, wenn immer alle glauben, dass der Betrieb von alleine funktioniert. So wie bei „Strom und Wasser„.
  • „Systeme laufen, sind aber nicht performant“ – Man sollte neue Systeme ja immer den Fähigkeiten der Nutzenden anpassen. Das heisst, es genügt wenn sie langsam laufen. Überhaupt gibt es zu Performance unterschiedliche Ansätze: Diesen oder auch denjenigen, dass man die Performance erst im Betrieb misst und verbessert. Das führt dann zu kleineren Verzögerungen, weil man die Performance dann dort nacharbeiten muss. Die Benutzenden werden ja schliesslich auch besser. Für diesen Fall hier einige Catch-Phrases.

Was wünscht man sich also, als gutes Entwicklungsteam, Infrastrukturgruppe und Betriebsüberwachung? Durchdachte Prozesse, die mindestens teilweise überwacht werden. Wenn möglich, sollte man eine „Friends & Family“ Phase haben. Also eine Zeit lang alles durchgespielt haben, mit Kunden die Nachsichtig sind. Und nach der Einführung eine längere Phase wo man die Lösung nachhaltig verbessert. Schwerpunkte: Resilienz und Automatisierung.

Das gute Lösungen und durchdachter Design zwingend sind, möchte ich nicht noch einmal erwähnen. Das sollte sich von selbst verstehen.

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