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Das Wort zum Sonntag am 1. Advent: Grassroots

Grassroots (englisch für Graswurzeln) steht für: Graswurzelbewegung, die wörtliche Übersetzung des englischen „grass-roots movement“, das eine politische oder gesellschaftliche Initiative bezeichnet, die aus der Basis der Bevölkerung entsteht.

Nebenbei ist „The Grass Roots“ auch eine US-amerikanische Pop-Band der 1960er-Jahre. Wer auf den Link klickt kommt zu Wiki.

In der zweiten Ausgabe des Oxford English Dictionary wird auf McClure’s Magazine vom Juli 1912 verwiesen, wo „Grass-roots movement“ erstmals als Bezeichnung für eine Kampagne oder Organisation verwendet wird. Daneben wird immer wieder auf den Präsidentschaftswahlkampf  von Theodore Roosevelt hingewiesen.

Wir sprechen heute ja häufig von Bottom-Up und Top-Down, damit beschreiben wir Abläufe, wie wir sie uns im Unternehmen vorstellen. Dabei scheint mir diese Vorstellung ziemlich antiquiert.

Dinge wie Beyond Budgeting oder eben das „Grass-roots movement“ können helfen in einem Kontinuum der Dynaxity besser zu leben. Vor allem ab einer „turbulenten“ Veränderungsgeschwindigkeit und einer grossen Systemkomplexität funktionieren Systeme, wie Bottom-Up und Top-Down nur noch für Extrem-Situationen, wie Kriege oder Widerstandsbewegungen.

Das Funktionieren im „ganz normalen Wahnsinn“ des VUCA ist aber nur noch schwer möglich mit den Methoden von gestern, um an den Lösungen von morgen zu arbeiten. Darum ist es wichtig, in Zeiten von Disruption durch Digitalisierung stark verankert zu sein. So wie die vielen einzelnen Gräser einer Wiese das auch sind.

Genau so ist es auch mit dem Wachsen von neuen Methoden und Vorgehensweisen in Unternehmen. Kann dies nicht auch wie ein Grass-Roots Movement geschehen. Man gibt neue Möglichkeiten ins System und schaut, was funktioniert und was nicht. Ein Beispiel, wie so ein Resultat aussehen kann, findet sich unter killedbygoogle.com.

Selbstverständlich bedeutet das auch, dass wir Unkraut und andere Pflanzen in der Wiese zulassen sollten, ja müssen. Man weiss ja, wie beim Phytomining nie so genau, wozu all diese Dinge gut sein können.

Statt Bottom-Up und Top-Down sollten wir uns mehr nach Communities of Practice organisieren. Die richtigen Leute, das Richtige richtig tun lassen? Unabhängig von der Hierarchie. Wären solche Klein-Systeme nicht viel Schlagkräftiger, als grosse Unternehmen?

Und wenn Ja, wie kann man diese Werte und Gedanken in etablierte Unternehmen einbringen? Zum Beispiel bin ich mir ja immer noch nicht sicher ob SAFe (Scaled Agile Framework ) wirklich die Lösung für Agil in solchen Unternehmen ist. Man könnte ja auch LeSS (Large Scale SCRUM) verwenden.

Oder man beginnt damit die Werte zu verändern, durch Eingriffe ins System. Durch das Aufzeigen, dass Projekte einfach sein können. Durch eine Grassroots Bewegung, die so viele motiviert hat, da mitzumachen.



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