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Wort zum Sonntag am 2. Advent: Angebots-induzierte Nachfrage

Angebotsinduzierte Nachfrage beschreibt die Ausweitung von Leistungen durch Ärzte im Gesundheitswesen.

Das heisst im weiteren Sinne, dass Ärzte Einfluss auf die Nachfrage nach ihren Dienstleistungen nehmen. Begründet wird dies mit dem  Informationsgefälle zwischen Arzt und Patientin. Das bedeutet, dass die Information des Patienten über die Notwendigkeit bestimmter Diagnose- und Therapiemöglichkeiten durch den Arzt beeinflusst werden kann. Daneben fehlt dem Patienten die Fähigkeit zum Urteil, ausser er ist selber Ärztin.

Stellt sich die Frage, gibt es weitere Wirtschaftszweige, die der angebotsinduzierten Nachfrage unterliegen? Ich denke die Auto-Industrie passt da genau so gut rein. Und die Begründung auch. Wer kauft sich schon einen so grossen SUV, wenn er eigentlich die Vorteile eines anderen oder keines Fahrzeuges kennen müsste. Und wenn man es weiss, dann zweifle ich am Hausverstand der Betroffenen.

Grundsätzlich wünschen sich alle Lieferanten, die Möglichkeit die Nachfrage in dieser Art zu erhalten oder gar zu vergrössern. Die meisten übersehen dabei, dass die Kunden Vertrauen auch entziehen können. Darum gibt es im Gesundheitswesen WZW-Kriterien. Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit beeinflussen sich gegenseitig, indem beispielsweise die Zweckmässigkeit respektive der angemessene Einsatz der medizinischen Mittel die Wirtschaftlichkeit sehr beeinflusst.

Übrigens ist die Existenz der anbieterinduzierten Nachfrage bisher empirisch nicht belegt, wird also lediglich theoretisch begründet und somit nur vermutet. Ist also wissenschaftlich gesehen fast wie bei der Klimaerwärmung.

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