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Das Wort zum Sonntag:  Gemengelage

Gemengelage beschreibt heute eine unübersichtliche Situation, mit widersprüchlichen Interessen und Absichten der unterschiedlichen Akteure.

Früher wurden damit die verstreut liegende Feld- und Waldstücke eines Grundbesitzes gemeint. Der somit nur in gegenseitiger Abhängigkeit mit den anderen Grundstückbesitzern gut bewirtschaftet werden konnte.

Der Begriff hat schon seinen Charme. Wie ist den so ihre Gemengelage? Ich übersetzte das lieber mit dem Opernhaus. Passiert es Ihnen auch immer wieder, dass sie plötzlich als Ethan Hunt unterwegs sind? Alles nur, weil wieder einmal eine Drama Queen aufgetaucht ist? Jetzt weiss ich, alles das Resultat der Gemengelage. Früher hätte ich gesagt, die Tagesverfassung ist nicht gut heute. Oder XMV oder die Periode beim Mann. Aber nein, die Gemengelage kann viele Gründe haben. Sei es durch kontextfreies Management oder durch Projektbegleitung, statt Leadership.

Ich freue mich, dass mein Team meine Gemengelage in der Zwischenzeit sehr gut versteht und auch damit umgehen kann. Es ist ja nicht immer einfach, man als Mann- und Frauschaft wieder mal den Verdacht hat, dass Planung nichts anderes ist, als den Zufall durch den Irrtum zu ersetzen.

Heute bemühe ich mich, dass meine Leute dabei sein können, wenn solche Momente stattfinden. Es hilft besser zu verstehen. Es entschuldigt nicht. Da es immer wieder Gemengelagen gibt, ist für mich die Frage wichtig: Bin ich für meine Teammitglieder berechenbar? Interessanterweise hält mich mein Team für ziemlich berechenbar, während andere das gar nicht teilen und mir vorwerfen, dass ich strategisch wahlweise unberechenbar sei.

Ich halte mich für sehr berechenbar. Für mich muss eine Lösung plausibel sein. Ansonsten waren sie nur Missions-zentriert. Für mich ist die Welt und mein Handeln darin basiert auf den Erfahrungen, die ich in den letzten 15 Jahren machen durfte. Darum glaube ich heute fest daran, dass alle beim Change mitmachen und es keine Gemengelage gibt, wenn man das Warum erklären kann und es einen Glauben an den Plan im Plan im Plan gibt.

Und solltest Du gerade wieder mal mit einer Gemengelage zu tun haben, dann stell Dir immer diese Einstiegsfrage: Wer fährt Geister? Der Rest ergibt sich dann.

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