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Ich – Welt: Hofnarren in Führung und Agilität

In diesem Beitrag von Marcus Reitner, geht es eigentlich um SCRUM Master aber der Titel „der Hofnarr an der Seitenlinie“ lässt auf mehr hoffen.

Selbstverständlich haben wir den Hofnarren in diesem Blog als Lord of Disorder schon einmal besprochen. Und es ist mir wichtigste zu sagen, dass der Hofnarr eine tragende Rolle ist, ganz im Gegensatz zum Intelligenzparodisten. Bei Markus Reitner kommt der Hofnarr übrigens häufiger vor, als man glaubt. Sei es im Beitrag: Die Kunst der konstruktiven Irritation oder die modernen Hofnarren.

Was ist ein Hofnarr: Eigentümlicherweise war er nicht der Spassmacher, den wir heute mit dieser Rolle verbinden. Dank seiner Narrheit oder Nativität und seiner den höfischen Normen Entbundenheit konnte er auf alles hinweisen, was ihm für das Gesamtwohl des Staats als wichtig erschien. Seine Kritik durfte aber nie eine Kritik sein, sondern sie sollte die Mächtigen zum Nachdenken bringen.

Marcus diskutiert häufiger die Rolle des SCURM Master im Vergleich zu derjenigen des Hofnarren. Ich denke, das greift etwas zu kurz. Der Hofnarr sollte eine feste Grösse sein in Organisationen. Ab einer gewissen Grösse der Organisation, die man vertritt, ist es unweigerlich so, dass man nicht mehr alles wissen kann. Nicht mehr alle Strömungen wahrnimmt. Dann ist es gut, wenn man in seinem Hofstaat jemanden hat, der für seinen Fürst, seine Fürstin dieser Hofnarr ist. Die Person, der es obliegt, zum Denken anzuregen. Ohne jedoch für seine Person oder Position Vorteile herauszuholen.

Der Hofnarr kann helfen das Problem der Einsamkeit als Führungskraft zu lösen. Wer führt ist oft alleine. Am Schluss darf man den Entscheid fällen. Und dabei ist man ganz alleine. Daraus kann man ableiten, dass je mächtiger, also befugter wir sind, desto einsamer werden wir. Und je einsamer wir eine Entscheidung treffen, desto verantwortungsvoller treffen wir sie.

Hier kann ein Hofnarr helfen, genauso wie es auch helfen kann mit der Einsamkeit umzugehen. Weil wir sie nicht ausblenden können. Es ist richtig, dass wir heute in agilen Teams und flachen Hierarchien arbeiten, aber irgendwo im System ändert es sich und wird eine klare hierarchische Führung. Das Motto: „Es kann nur einen geben“, trifft dort zu. Das haben wir auch am letzten CIO Roundtable so gesehen.

Vielleicht könnte der Hofnarr ja einer der Hoffnungsträger in der Führung der Zukunft sein. Gerade weil er den Normen entbunden ist, kann er sich Gedanken machen und diese einbringen. Damit kann er in einer Welt, die eine immer grösser Komplexität aufweist und eine immer grössere Dynamik hat für mehr Selbstregulation sorgen, als dienende Macht Einfluss auf das System nehmen und es sich erlauben Sinn und Zukunft miteinander zu vereinen.

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