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Das Wort zum Sonntag: Herden-Immunität

Herden-Immunität bezeichnet eine indirekte Form des Schutzes vor einer ansteckenden Krankheit, die auftritt, wenn ein hoher Prozentsatz einer Population immun wurde.

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Herden-Immunität erreicht werden kann. Entweder durch Infektion oder Impfung – sodass ein erhöhter Schutz auch für die nicht-immunen Individuen entsteht. Durch die Tatsache, dass mindestens 70% aller Menschen geschützt sind, ist es ziemlich sicher, dass der Virus keine neuen Opfer mehr findet und somit aussterben wird.

Leider gibt es in der jetzigen Pandemie einige Herausforderungen. Ein Impfstoff ist noch 12 bis 18 Monate von uns entfernt. Und das sogenannte Durchseuchen, ist bei Todesquoten von 4 bis 14% der gesamten Population keine Option, die eine Regierung, die Wiedergewählt werden muss ins Auge fasst. Die Englische Regierung hat diese Idee eine längere Zeit verfolgt, bis dieser Bericht herauskam. Das hätte ca. 500’000 Tote im Vereinigten Königreich bedeutet und ca. 2 Mio. in den USA.

Selbstverständlich sind Utilitaristen der Ansicht, dass dies sehr wohl durchgeführt werden kann, wenn gefährdete Gruppen genügend geschützt werden können. Aber bis jetzt war niemand bereit das Risiko zu tragen und das ist gut so.

Es gäbe noch eine andere Option, wie man die Pandemie beenden kann. Unter der Annahme, dass die Informationen aus China stimmen, kann eine totale Kontaktsperre von 4 bis 6 Wochen auch dazu führen, dass die Basisreproduktionszahl, auch als R0 bekannt Grösse kleiner als 1 werden muss. Am Liebsten gegen 0 geht. Wenn das auf der ganzen Welt gleichzeitig geschieht, dann wäre das Problem auch gelöst. Die R0 von Corona liegt übrigens zwischen 2.5 und 3.4.

Somit sehen wir jetzt auch die Probleme mit dem Lockout. Wenn wir alles öffnen, dann werden wir wieder in eine Situation laufen, die der exponentiellen Ausbreitung am Anfang der Pandemie ähnlich sein wird und wir würden in den nächsten Lockdown laufen. Und einen ewigen Wechsel zwischen Lockout und Lockdown ist wohl nicht, was wir uns antun wollen.

Und hier kommt jetzt das Contact-Tracing zum Tragen. Und deswegen arbeiten Apple und Google zusammen. Übrigens ist die hier beschriebene Lösung eine sehr Interessante. Die Security wird übrigens hier beschrieben. Die Idee ist schnell erzählt. Jeder hat eine App auf seinem Handy, die aufzeichnet, mit wem man über die nötige Zeit in genügend Kontaktnähe war. Sobald jemand glaubt, dass er infiziert ist, teilt er dies der App mit. Diese informiert dann im vorgegebenen Zeitraum alle Kontakt, mit denen genügend Kontaktnähe bestanden hat und bitte diese sich nun auch zu testen und zu isolieren.

Die oben beschriebene Nutzung ist ein gutes Beispiel für positive Nutzung von Technologie. Jetzt bleibt die Frage, was ein Geheimdienst, eine Polizei-Organisation oder sonst jemand mit einer solchen Funktionalität machen soll. Die Verlockung ist sehr gross. Wer sich dafür interessiert, hier die Meinung von Edward Snowden.

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