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Das Wort zum Sonntag: Product Owner

Der Product Owner (PO) ist eine zentrale Rolle innerhalb agiler Teams.

Seine Aufgabe ist die Verwaltung des Backlogs. Er soll die Wertmaximierung des Entwicklungsteams sicherstellen und er legt Rechenschaft über die Resultate der Backlog Umsetzung ab.

Daneben ist er für die Kommunikation zwischen den Stakeholdern, wie dem Projektteam, dem Management des eigenen Unternehmens und dem Kunden verantwortlich. Er nimmt die Wünsche des Kunden auf und sorgt für deren Berücksichtigung im Projekt. Damit hat die Rolle grossen Einfluss auf die Produktentwicklung.

Soweit nun die Theorie. Die PO’s welche mir in den letzten 6 Monaten begegnet sind, übersetzen die Rolle wohl eher als Problem Owner. Das heisst, sie erklären allen die es hören wollen und auch denjenigen, die es nicht hören wollen, warum etwas nicht geht. Ich finde dies sehr schade.

Einige Beispiele der Dinge, die mich als Kunde weniger interessieren gefällig:

  • Das Entwicklungsteam hat keine Kapazität
  • Ich muss zuerst noch im internen Planning alles durchbringen
  • Ich weiss nicht, ob wir das schaffen
  • Abhängig von den Bugs, ist das Innovationskontingent grösser oder kleiner

Alles interessante Aussagen, liebe PO’s. Sind aber Dinge, die nicht zu Euren Aufgaben gehören. Ich finde es schade, wenn ein Unternehmen auf Geld vom Kunden verzichtet, weil die Kapazität nicht da ist. Ich finde es nicht klug, dem Kunden nicht zu sagen, dass man maximal 3 Backlog Elemente schafft, weil die Kapazität gekündigt hat und man glaubt, der Kunde merkt es nicht. Und wenn der Code so schlecht ist, dass neben dem Bug-Kontingent nichts mehr Platz hat, sollte sich das Entwicklungsteam sorgen machen.

Wenn Ihr mir einen Gefallen machen möchtet, dann beginnt wie Euch zu verkaufen. Impediments gehören normalerweise dem SCRUM Master oder dem Management. Erzählt dem Management wie viel Geld ihnen entgeht. Schlagt Lösungen im Near-Shoring vor. Ich weiss aus Erfahrung, dass dies sehr gut gehen kann.

Ich verstehe, wie schwierig es ist eine Rolle zu haben, welche nach Innen und nach Aussen wirkt. Ihr seid aber nun wirklich nicht nur die Pressesprecher Eurer Entwicklungsteams, ihr seid auch Kundenvertreter und Management-Inspiratoren. Betreibt Cheffing!

Stellt sicher, dass Eure Entwicklung gute bis sehr gute Qualität liefert. Überlegt Euch die Stories der Kunden durch. Generalisiert sie und ihr werdet sehen, Euer Marktwert wird steigen im Unternehmen. Die Kunden werden Euch besser behandeln und Euer Job bekommt die Wichtigkeit, die er haben muss.

Oder ihr jammert weiter wie bisher und wundert Euch, warum es nicht besser wird, dann empfehle ich folgendes: Die Tugend mit der Not zu leben.

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