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Ich – Welt: Ehrliche Stellenanzeige

Nach der Antarktis-Reise im Januar bin ich auf die berühmte Stellenanzeige von Sir Ernest Shackleton gestossen, die er bei der Suche nach einer Crew für seine Expedition zum Südpol in den Londoner Times aufgegeben haben soll:

«Men wanted for hazardous journey. Low wages, bitter cold, long hours of complete darkness. Safe return doubtful. Honour and recognition in event of success.»

Auch wenn bis heute nicht zweifelsfrei erwiesen ist, dass diese Anzeige damals genau so erschienen war, erhielt Shackleton damals Hunderte von Bewerbungen aus aller Welt.

Ich habe mich gefragt, wie viele Bewerber sich heute auf so eine Stellenanzeige melden würden und wie würde die obige ehrliche Stellenanzeige heute aussehen? Zum Beispiel so:

„Mitarbeitender gesucht für eine risikoreiches Abenteuer. Niedriger Grundlohn ohne klare Bonusaussichten, kein eigener Arbeitsplatz, lange Arbeitszeiten, erfolgreicher Abschluss der Restrukturierung noch unsicher, aber grosses Lob und viel Wertschätzung, wenn das Projekt erfolgreich ist.“

Bleibt die Frage, ob ich eine solche Aufgabe annehmen würde. Sie passt so gar nicht zu meinem Traumjob. Wobei vieles ergibt sich auf dem Weg. Auch auf dem Lebensweg. Ich muss gestehen von 2008 bis zum Eintrag über das ikigai 2017 hat sich einiges getan. ich habe meine Berufung beschrieben und auch gefunden.

Vielleicht ist es auch wichtig sich diesen Fragen immer wieder zustellen. Vor allem, nachdem ich erfolgreich das 50zigste Lebensjahr absolviert habe. Und ich gerade diese Woche einen sehr guten Kollegen völlig unerwartet Abschied nehmen musste der diese Marke nicht mehr erreichen wird.

Vielleicht sollte man häufiger einen Jobflirt machen um zu sehen, was einen anspricht und was weniger.  Es könnte ganz hilfreich sein, zu wissen, was man ehrlicherweise von einer Stelle erwartet und was nicht. Dann könnte auch das dazugehörige Inserat ehrlich sein.

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