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Das Wort zum Sonntag: Wohlstandsverwahrlosung

Wohlstandsverwahrlosung beschreibt die seelische Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen. Dieses Kunstwort setzt sich aus Wohlstand und Verwahrlosung zusammen. Es beschreibt eine Erziehung ohne Grenzen bezüglich materieller Dinge, es fehlt aber an emotionaler Zuwendung und Liebe.

Die wissenschaftliche Beschreibung lautet: „Psychische Verwahrlosung/Vernachlässigung bei Kindern und Jugendlichen bei gleichzeitigen materiellen Überfluss“. In vielen Fällen hört man auch Verwöhn-Verwahrlosung in diesem Zusammenhang. Meistens sind die folgenden Ursachen massgebend dafür:

  • Abwesender Elternteil: Dies führt häufig zu Schuldgefühlen, welche mit Verwöhnung im materiellen Bereich kompensiert werden
  • Rollen- und Beziehungsproblem: Unterschiedliche Rollen, erlauben es nicht mehr klare Strukturen zu finden. Diese müssen neu definiert werden und wenn dies nicht gelingt, wird wieder kompensiert

Wohlstandsverwahrloste Menschen verfügen über ein sehr labiles Selbstwertgefühl und haben Schwierigkeiten im Umgang mit der Realität, was zu Wunschfantasien führt. Kinder werden egozentrisch, entwickeln Bequemlichkeitshaltungen und stellen sehr hohe Ansprüche ohne eigene Anstrengungsfähigkeiten. Weiters sind sie nicht dazu bereit Verantwortung für ihre Handlungen zu übernehmen. Soziale Beziehungen werden auf ihre Nützlichkeit bewertet und werden einfach abgebrochen oder ausgetauscht wenn sie als nicht mehr nützlich empfunden werden.

Wenn man sich also an Grenzen reibt und regelmässig feststellt, dass diese auch echt sind, hilft sich immer wieder neu zu definieren und damit nicht einer Wohlstandsverwahrlosung zum Opfer zu fallen.

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