Braintank

The Braintank Blogg – Bring all the brains together, as this sums up to more than the sum of all the brains

31. August, 2014
von ltcmdrdata
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Das Wort zum Sonntag: Misologisch

Misologie (vom griechischen misologia) bezeichnet allgemein die Ablehnung von vernünftig-logischem Denken.

Und bevor jetzt jemand daran denkt, seine Partnerin, seinen Partner als misologisch zu bezeichnen, sollten wir dem Wort wohl noch ein wenig mehr Aufmerksamkeit zuwenden.

Das Wort kommt aus dem Griechischen und wird bereits in Platons Phaidon erwähnt. Es geht dabei um rechthaberische Argumente und logische Täuschungen, wie sie in der Eristik verwendet werden. Am Ende zweifelt der Getäuschte sogar an seiner Vernunft. Nun könnten wir das Wort auf viele sichere Anlagen von Banken und Finanzdienstleistern ausweiten. Es ist immer so, dass der Mensch sich durch Umstände beeinflussen lässt. Misologie ist eigentlich kein Problem der Logik oder des vernünftigen Denken, sondern wohl eher eine Herausforderung der anderen Art.

Sei es nun beim Glücksspiel oder sonst wo. Der Mensch wird durch grosse Gewinne gelockt, Egal ob die Chancen da sind zu gewinnen oder nicht. Oder man lässt sich etwas erzählen, was eigentlich nicht sein, einfach weil es einem Gefällt. Apropos gefallen, Projekte werden oft so lange misologisch geführt, bis man nicht mehr verhindern kann, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Und dann muss wieder jemand in die Hosen um es zu reparieren.

Sozusagen ist also Misologisches Verhalten wohl der Spass bevor man ein Projekt aus dem Sumpf holen darf. Mehr dazu hier und was die Folgen davon sind.

Also viel Spass und versucht das Wort vorsichtig zu verwenden, vielleicht trefft ihr ja auf Leserinnen und Leser dieses Bloggs, die dann auch damit umgehen können.

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24. August, 2014
von ltcmdrdata
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Das Wort zum Sonntag: Interoperabilität

Interoperabilität (aus dem Lateinisch inter für “zwischen” und opera “Arbeit”) bezeichnet die Fähigkeit von unabhängigen Systemen zur Zusammenarbeit auf Ebene der Daten, ohne dass dazu gesonderte Absprachen zwischen den Systemen notwendig sind.

Selbstverständlich könnte man jetzt Interoperabilität auch auf die Fähigkeit von Menschen übertragen zusammen zu leben. Das wäre jetzt nicht ganz fair, weil wenn zwei Systeme miteinander vereinbar sind, dann nennt man das kompatibel und nicht interoperabel. Interoperabilität wird normalerweise auch nicht auf humane Lebensformen angewandt, sondern auf Systeme, Techniken und Organisationen. Meistens sind Standards notwendig um die Zusammenarbeit zu regeln.

Standards sind schon in der Technologie sehr schwierig, weil sie sich entwickeln. Sie erlauben es einem aber eine Basis zu haben. Die Entwicklung dieser Standards basierst entweder auf einem diktatorischen, demokratischen oder Vertrauensansatz. Der Letztere ist übrigens der einfachste und beste. Nur so kommen Dinge zusammen, die schon lang zusammen gehören.

Wichtig ist auch, dass man möglichst viele konkrete Anforderungen erfasst, welche für die Interoperabilität wichtig sind. Das beste Beispiel das ich kenne, ist eine Schnittstelle, die es beiden Seiten erlaubt, die Gegenseite zu messen und sehen, wer gerade was macht. Gut genutzt hilft das beiden Seiten.

Was neben der Schnittstelle wichtig ist, sind Regeln wie man Probleme und Erweiterungen durchführen will. Nur wenn Nutzen für beide Seiten da ist, kann Interoperabilität sinnvoll sein. Übrigens ist Interoperabilität in der Militärtechnik besonders wichtig und besonders schwierig, wer will den schon, dass man seine Waffen auch gegen sich verwenden kann. Oftmals wird auch zwischen verschiedenen Formen von Interoperabilität unterschieden. So zum Beispiel zwischen semantischer und konzeptioneller Interoperabilität. Was in vor gängigem Beispiel besonders wichtig ist.

Das Wort ist uns diese Woche begegnet und ich denke die Erklärungen helfen, es besser zu erfassen. Und dann wurde das WoS von einem Leser gewünscht, dessen Wunsch jetzt damit erfüllt ist.

17. August, 2014
von ltcmdrdata
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Das Wort zum Sonntag: Conundrum

Conundrum (auf Deutsch Rätsel) beschreibt ein kompliziertes und schwieriges Problem, das selbst bei seiner Lösung neue Probleme bereitet. 

Ein solches Problem war die Tatsache, das die Briten im zweiten Weltkrieg sehr genau wussten, dass am Abend des 14. November Coventry Ziel der Operation Mondscheinsonate sein würde. Ziel des Angriffs waren die Fabriken und die industrielle Infrastruktur Coventrys, wobei in Kauf genommen wurde, dass auch Wohngebiete und Kulturgüter in erheblichem Ausmass getroffen würden. Trotz dieses Wissens, wurde die Stadt nicht evakuiert um die Deutschen nicht wissen zu lassen, dass man ihre Chiffrierschlüssel in Teilen geknackt hatte.

Für mich immer wieder eine gute Übung um mit solchen Problemen umzugehen, sind die Bücher von Raymond Smullyan. In seinen Büchern kann man anhand von Schachproblemen oder als Gefangener bei der Wahl zwischen Tiger oder Dame damit vergnügen, dass es Probleme gibt, welche keine Lösung haben ohne neue Probleme nach sich zuziehen. Selbstverständlich kann man sich dem Tao der Still hingeben und das Leben so geniessen.

Also wenn ihr mal wieder ein Problem ohne sichtbare Lösung habt oder eines, dass nur neue Probleme nach sich zieht, dann ist das Warten und weiter Nachdenken sehr wohl eine Lösung.

10. August, 2014
von ltcmdrdata
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Das Wort zum Sonntag: Mamihlapinatapai

Mamihlapinatapai beschreibt den Blickwechsel zwischen zwei Menschen, die sich beide wünschen, der jeweils andere solle aktiv werden. Denn beide wünschen sich das, aber keiner will damit anfangen.

Das Wort besteht aus dem reflexiven, passiven Präfix ma- (mam- vor einem Vokal), der Wurzel ihlapi, welche bedeutet „nicht wissend was als Nächstes zu tun ist“, dem stativen Suffix -n, dem Suffix -ata und dem Doppelsuffix -apai, welche in Verbindung mit dem reflexiven Präfix mam- eine wechselseitige Bedeutung hat.

Das Wort entstand aus der Sprache der Yagan, welche in Feuerland zu Hause sind. Es wurde sogar in das Guinness Buch der Rekorde als „prägnantestes Wort“ aufgenommen. Es wurde beschrieben im Zusammenhang mit dem Freiwilligendilemma, nicht zu verwechseln mit dem Gefangendilemma. Es stammt aus dem Buch Rock, Paper, Scissors – Game theory in everyday life: strategies for co-operation) von Len Fisher.

Wenn man also jetzt weiss, dass man sich wünscht, das Gegenüber würde etwas tun, kann man ja jetzt vom Mamihlapinatapai-Paradox reden, wenn man es fliessend sagen kann. Was mir bis jetzt noch nicht gelungen ist. Kurz gesagt, beweisen solche Worte: Reden ist eben doch Gold und nicht nur Silber. Also Euch viel Spass beim Reden oder sonst viel Glück, wenn ihr Eure Paradox benennt.

 

3. August, 2014
von ltcmdrdata
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Wort zum Sonntag: Phobien

Heute wollen wir uns mal allen Sorten von Phobien zuwenden. Da gibt es nämlich einige, die hätte ich mir nicht träumen lassen können:

  • Agateophobie: Angst vor Irrsinn
  • Allodoxaphobie: Angst vor Meinungen
  • Athazagoraphobie: Angst davor, vergessen oder ignoriert zu werden oder selbst etwas zu vergessen
  • Ballistophobie: Angst vor Raketen oder Kugeln
  • Cyberphobie: Angst vor Computern
  • Cyclophobie: Angst vor Fahrrädern
  • Decidophobie: Entscheidungsangst
  • Doxophobie: Angst vor Meinungsäusserungen oder davor, von anderen gelobt zu werden
  • Dromophobie: Angst davor, Strassen zu überqueren (Agyrophobie)
  • Ecclesiophobie: Kirchenangst
  • Ecophobie: Angst vor zu Hause
  • Ergophobie: Angst vor der Arbeit
  • Gamophobie: Angst vor der Ehe
  • Geliophobie: Angst zu lachen
  • Genophobie: Angst vor Sexualität
  • Hamartophobie: Angst zu sündigen
  • Hedonophobie: Angst davor, sich wohlzufühlen
  • Ichthyophobie: Angst vor Fischen

Und wer jetzt noch nicht die passende Angst für sich gefunden hat, der soll hier nachschauen gehen, das Angebot ist riesig.

25. Juli, 2014
von ltcmdrdata
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Das Wort zum Sonntag: Minion

Minion (ein Wort aus dem Englischen, das am Besten in der Übersetzung Lakai bedeutet). In den USA wird es auch als Abwandlung vom französischen Mignon: zierlich und dem umgangssprachlichen süss. Die Mehrzahl ist Minions.

Der Begriff hat etliche Deutigkeiten, sei es nun als Film mit den putzigen gelben Kerlchen. Oder sei es als Begriff für süsse, junge Männer in den USA. Auf jeden Fall wäre so ein Lakai immer wieder eine gute Hilfe. Daneben hat es aber auch Ableitungen ins Alt-Französische zu Nett und ins Fränkische wo es Liebe, Freundschaft, Hingabe bezeichnet, wenn es minnijo genannt wird oder im Altdeutschen, wo es als Minnja das selbe bedeutet.

Ein Wort im Wandel der Zeit und der Sprachen. Und übrigens das gleichnamige Filetstück aus dem Französischen beschreibt das beste Stück des Filets. Somit kann ein Mignon auch der beste Begleiter sein bei einem guten Essen.

Euch viel Spass mit Eurem Minion ob im Film, im Leben oder auf dem Teller.

13. Juli, 2014
von ltcmdrdata
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Das Wort zum Sonntag: Tough Love

Tough Love wird durch die Adjektive: Laut, brutal, aggressiv, furchteinflössend, jähzornig, starrsinnig, schroff, unwirsch, pampig und sardonisch beschrieben. Übersetzt auch als Liebe durch Strenge.

Begegnet ist mir der Begriff im Nachruf der NZZ: Die Designerin Louise Wilson ist im Alter von 52 Jahren überraschend gestorben. Sie war eine der einflussreichsten Figuren der internationalen Modeszene. Sie selbst hat ihre Methode als “Tough Love” bezeichnet und in einer Selbstbetrachtung gesagt:

Die Leute denken, ich sei grob. Ich bin nicht grob. Ich netzwerke einfach nicht. Ich bin bloss ehrlich.

Eine schöne Sicht der Dinge. Der Nachruf sagt auch:

„Ihr Engagement für die Studenten und ihre Passion für hervorragende kreative Leistung sind legendär. Ihr tiefes Verständnis für Mode und ihr Einsatz für Stipendien, Finanzierungen und Möglichkeiten haben sie zu einer aussergewöhnlichen Erzieherin gemacht.”

Ihr war Bildung wichtig und ihr war es wichtig, dass gute Arbeit auch gut belohnt wurde. Mir hat der Begriff gefallen und ich werde ihn jetzt ab und zu auch verwenden, wenn ich Tough Love weitergebe, weil das meiste können wir noch besser, es muss noch einfacher und leichter aussehen.

 

 

5. Juli, 2014
von ltcmdrdata
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Das Wort zum Sonntag: Spornosexuell

Spornosexuell, der Ausdruck kreiert vom britische Journalist und Schriftsteller Mark Simpson, leitet sich ab von „when sport meets porn“ („wenn Sport und Porno sich verbinden“). Dieser hat bereits 1994 den Begriff metrosexuell einführte und damals eine neue Lifestyle-Welle auslöste.

Die alte Dame NZZ hat unter dem Titel “Sporno, wie bitte” über die Nachfolge der Metrosexualität geschrieben. Und ja, ich wusste auch nicht, was mir der Begriff sagen wollte, aber der folgende Eintrag bekam plötzlich ganz viele Hits. Was hatten Aerosexuelle den mit den Spornosexuellen zu tun? Gar nichts! Aber wer weiss das schon.

Spornosexuelle sind in erster Linie  Narzissten. Sie lieben es, ihren durchtrainierten Körper nackt zu zeigen, und immer und immer wieder auf die Tatsache hinzuweisen, dass sie Fit sind. Leider sehen die wenigsten Männer wirklich so aus. Und der Begriff passt ja auch gut zur Fussball WM, wo die Frisuren und das Sixpack mehr diskutiert wurden, als das eigentliche Spiel. Heisst das nun, dass wir Männer Diät halten sollten, Yoga machen, Gewicht heben, Morgens und Abends laufen gehen und sicher noch zum Waxing und Peeling gehen sollten? Wenn das so wäre, dann wird eine andere Wortkreation von Mark Simpson bald wieder wichtiger: Retrosexuell! Das bedeutet: “Sowas wie du! Man wartet so lange bis man wieder in ist.”

Nun genug davon. Wir sind wir und bei der WM gilt: Das Runde muss ins Eckige. Viel Spass weiterhin.

29. Juni, 2014
von ltcmdrdata
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Das Wort zum Sonntag: Ceteris Paribus

Ceteris paribus (aus dem Lateinischen: Ceteris für Andere und paribus für Gleich, Abkürzung c. p. oder cet. par.) bedeutet wörtlich „bei gleichen [Dingen oder Umständen]“, das heisst übersetzt„unter sonst gleichen Bedingungen“.

Dieser Vorbehalt wird auch Ceteris-paribus-Klausel genannt. Er spielt vor allem im Zusammenhang mit Experimenten eine Rolle und bedeutet dann „unter der Voraussetzung, dass alle anderen ausser den genannten Variablen gleich bleiben“. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für interne Validität. Diese Klausel wurde von John Stuart Mill beschrieben.

Was bedeutet das nun: In einem Experiment wird immer nur eine Einflussgrösse verändert, während alle anderen konstant gehalten werden, um genau deren Einfluss bestimmen zu können.Das ist übrigens auch das Standardvorgehen zur Eingrenzung von Informatik- und anderen Problemen. Wenn man zu viele Dinge miteinander ändert, dann weiss man am Schluss leider nicht mit Sicherheit, was zur Verbesserung beigetragen hat.

Die Ceteris-paribus-Klausel stellt damit einen Weg dar, vereinfachte Modelle der Wirklichkeit hinsichtlich der Auswirkungen von Veränderungen einzelner Parameter zu betrachten und zu bewerten. Wird jedoch nicht überprüft, ob die Modellvereinfachungen den betreffenden Sachverhalt auch dann noch ausreichend beschreiben, wenn durch die Ergebnisse die Modellvoraussetzungen verändert werden, so kann das Resultat falsch oder unbrauchbar sein.

Erst, wenn das Ergebnis die Voraussetzungen  gar nicht verändert, ist das Modell brauchbar. Diese Prüfung wurde aber bei vielen Modellen ausser Acht gelassen, welche trotzdem als brauchbar publiziert werden, obwohl damit ceteris paribus „unter der Annahme, dass alle ausser den (vorher) genannten anderen Rahmenbedingungen (Prämissen) gleich bleiben.“ verletzt wird. Das gleiche gilt auch für die Analyse in der Informatik.

Also Ceteris paribus wird es wohl auch nächstes Wochenende ein WoS geben.