Braintank

The Braintank Blogg – Bring all the brains together, as this sums up to more than the sum of all the brains

16. November, 2014
von ltcmdrdata
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Das Wort zum Sonntag: Suffizienz-Bewegung

Suffizienz (aus dem Lateinischen, übersetzt als Genügsamkeit) Bewegung. Der Grundgedanke der Bewegung beruht auf dem Überdenken von Lebensformen und Bedürfnissen in Richtung stärkere Befriedigung von immateriellen Bedürfnissen, mehr Zeit und mehr sozialen Beziehungen. Im Gegenzug soll der materielle Konsum reduziert werden. Ziel ist die Optimierung von Lebensqualität und Zufriedenheit.

Mit Suffizienz ist die Frage aufgeworfen: “Wie viel ist genug?” Im Deutschen ist Suffizienz ein Holperwort und bis heute in der Alltagssprache nicht recht angekommen. In anderen Sprachen wird der Begriff selbstverständlicher gebraucht, wenn auch eher als Verb – etwa das französische Ça suffit! – oder als Adjektiv – meist negativ wie die englische Aussage, etwas sei not sufficient. Was dann nicht genügend bedeutet.

Wer sich von einem «homo consumens» zu einem «homo sufficiens» entwickelt, der wird sein Leben entrümpelt von Produkten (Coffee-to-go), Mobilität (dank Billig Airlines) oder Kommunikationstechnologien (Smartphone), die er nicht zwingend zum Leben benötigt. Oder wie nachfolgende Definition so so schön beschreibt:

Suffizienz verbindet sich für mich mit Wohlbefinden, Zufriedenheit, einem neuen Wohlstandsverständnis, mit Mass und Masshalten, mit der Übereinstimmung von Überzeugung und Handeln, von Zielen und Mitteln, von der Beziehung zwischen dem, was benötigt und dem, was produziert wird, mit der Bevorzugung des Optimums vor dem Maximum, mit dem Verhältnis von materiellen Gütern und immateriellen Bedürfnissen, mit aufgeklärtem Eigennutz und mit Solidarität.
(Linz, M.: “Von nichts zu viel – Suffizienz gehört zur Zukunftsfähigkeit”, Wuppertal Institut, Wuppertal, 2002, S.12 f. aus “Das suffizienzorientierte Leben des Individuums”)

Suffizienz wird uns  in den Themenfeldern: Energie, Mobilität, Ernährung und Konsum begegnen. Vor allem wird die Schaffung eines Gleichgewichts zwischen Konsum und Suffizienz notwendig sein. Ein Beispiel: Im Suffizienzbericht der Stadt Zürich steht unter Ernährungs-Suffizienz: “Einschränkung des Fleischkonsums sowie Kaufen von regionalen und saisonalen Produkten”. Hier haben wir wieder den Ansatz mit dem Verbot. Warum soll ich verzichten, wenn ich nicht muss? So einfach wird die Lösung nicht sein.

Also viel Spass bei der suffizienten Verwendung von Ressourcen.

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9. November, 2014
von ltcmdrdata
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Das Wort zum Sonntag: Silverpreneurs

Silverpreneurs ist ein englisches Kunstwort aus Silver (deutsch Silber) und Entrepreneurs (deutsch Unternehmer). Es beschreibt erfolgreiche Alte, welche auf  ein langes und erfolgreiches Berufsleben zurückblicken. Ihnen ist wichtig, dass sie etwas Substanzielles tun.

Sie machen sowieso weiter wie bisher, weil sie Arbeit nicht als täglichen Frondienst erleben. Sie sind sehr aktiv und unterscheiden sich kaum von den „normalen“ Erwerbstätigen – mit dem kleinen Unterschied, dass Silverpreneure ihre Arbeit mit Erfahrung und Gelassenheit machen. Ihre gestiegene Zeitsouveränität ermöglicht ihnen einen umfassenderen Blick auf die Welt und die Auseinandersetzung mit Themen rund um Gesellschaft, Politik und Technik.

Daneben gibt es auch noch die Greyhopper sind der vitale Beweis dafür, dass Alter und körperlich-geistige Abenteuerlust keine Gegensätze sein müssen. Im Unterschied zu den Silverpreneuren gehen dem Greyhopper-Lifestyle jedoch radikale(re) Brüche voraus: Die Greyhopper lösen sich bewusst von lange gelebten Gewissheiten. Sie möchten noch einmal ein neues Leben beginnen. Zweiter Aufbruch heisst: Unsicherheit, Tabula rasa, Ressourcen aktivieren, die geistige Festplatte neu booten.

Super-Grannys sind erfahrene und selbstbewusste Frauen jenseits des 55. Lebensjahres, die den so genannten 3. Lebensabschnitt aktiv und selbstbestimmt gestalten möchten.

Mit dem steigenden Alter der Gesellschaft, werden all diese Rollen wichtiger und tragender. Sie geben uns Älteren auch die Möglichkeiten noch einmal viel zu tun. Erfahrung einzubringen und umzusetzen. Vor allem wenn wir an Dinge, wie Rentenalter, Fachkräftemangel und so weiter denken.

Alt ist nur unser Altersbild. Die hier vorgestellten Alten-Lebensstile zeigen, dass eine lange Lebensspanne nicht zwangsläufig langes Siechtum bedeutet, wie es uns in den öffentlichen Angstbildern zu oft suggeriert wird.

3. November, 2014
von ltcmdrdata
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Das Wort zum Sonntag: Ungoogleable

Ungoogleable ist ein englisches Kunstwort, das ein Wort, einen Namen, eine Person, einen Platz oder sonst etwas beschreibt, das man auf Google nicht findet.
 Ein gutes Beispiel für ein Ungooleable ist das beste Thai-Restaurant am Ort wo ich arbeite. Ich kenne den Weg und finde es. Auf Google Map ist nichts verzeichnet, das macht die Aufgabe schon etwas schwieriger. Es ist auch faszinierend zu sehen, mit welcher Selbstverständlichkeit man heute davon aus geht, dass Google alles weiss. Sei es bei Übersetzungen, wie “default on payment”. Heisst übrigens Zahlungsverzug.
Auch sonst greift die Digitale Demenz immer weiter um sich. Das ist man schon froh, wenn man ab und zu einem ungooglable begegnet. Das Gegenteil ist übrigens “Googlable”. Also viel Spass, wenn ihr etwas wieder mal ohne Google findet.

26. Oktober, 2014
von ltcmdrdata
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Das Wort zum Sonntag: Chuppies

Chuppies ist ein englisches Kunstwort, welches für “Chinese Yuppies” steht, es bedeutet auch “Kleine Könige”. Es beschreibt die junge, urbane, mobile Mittelklasse, welche in China das grösste Wachstum hat.

Die Chuppies leben in den grossen Städten an der Küste und weil sie mit ihren Eltern wohnen, können sie fast ihr gesamtes Vermögen für Konsum einsetzen. Sie bevorzugen westliche Dinge. Wenn als Ein-Kind-Familie leben, dann haben sie noch immer genügend Einkommen für den Konsum. Diese Gruppe Menschen, ist bereits heute entscheidend für die Entwicklung der Weltwirtschaft. Ihr Einkommen wuchs um 17.6% in den letzten 12 Monaten.

Für Chuppies ist Selbstentfaltung sehr wichtig. Bald werden sie auch die wichtigsten Zahler für Versicherungen sein und eines Tages auch für den Dienstleistungssektor nicht mehr zu vernachlässigen sein.

Man sollte aber die Chuppies nicht mit den Chubbies verwechseln. Weil das Themengebiet ist dann ein ganz anderes, wie folgender Link zeigt.

19. Oktober, 2014
von ltcmdrdata
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Das Wort zum Sonntag: Tretår

tår steht für eine Tasse Kaffee und patår bedeutet das Nachfüllen. Somit steht Tretår für das zweite oder mehrmalige Nachfüllen des Kaffee auf Schwedisch

Nachdem es nun schon zu einer neuen Kaffee-Tasse gereicht hat, war es doch auch mal notwendig, einen Begriff für den steigenden Kaffee-Konsum zu haben. Ich hätte noch gerne einen Tretår hört sich also wirklich schön an. Und man weiss mit einem Wort was ich haben will. Selbstverständlich gehört ein Bitte und ein Danke immer auch dazu. Das Wort gehört mit anderen Worten aus dem Buch: Lost in Translation: An Illustrated Compendium of Untranslatable Words from Around the World zu vielen neuen Worten, die mir sehr gefallen. Die Tatsache, dass sie keine Gegenstück im Englischen haben und die schönen Bilder machen sie zu einer wunderbaren kleinen Sammlung von Geschichten.

Wir Schweizer könnten mit unserem Idiom könnten da noch einige weitere Worte mitliefern. Aber es wäre ja schade, wenn sich unsere Worte plötzlich über die ganze Welt verbreiten würden. Darum geniessen wir anderer Leute Worte am liebsten beim zweiten oder dritten Kaffee.

11. Oktober, 2014
von ltcmdrdata
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Das Wort zum Sonntag: Xylem

Das Xylem (aus dem griechischen ξύλον xýlon  für „Holz“) oder der Holzteil der höheren Pflanzen ist ein komplexes, holziges Leitgewebe, das dem Transport von Wasser und anorganischen Salzen durch die Pflanze dient, aber auch Stützfunktionen übernimmt.

Das Xylem findet sich zusammen mit dem Phloem in Leitungsbahnen, den sogenannten Leitbündeln, die durch Stängel oder Stamm laufen und der Versorgung der Blätter dient. Die Wurzeln der Dikotyledonen besitzen einen zentralen Xylemkern. Das Xylem transportiert Wasser und lösliche, mineralische Nährstoffe von den Wurzeln durch und in die Pflanze. Es wird auch verwendet, um das durch Transpiration und Photosynthese verlorene Wasser zu ersetzen. Xylemsaft besteht hauptsächlich aus Wasser und anorganische Ionen, obwohl es auch eine Reihe von organischen Molekülen enthalten kann.

Vereinfacht gesagt, erlaubt es den Transport von Wasser und anderen Nährstoffen durch die Pflanze nach oben zu den Blättern. Dabei nutzt die Pflanze die Tatsache, dass Wasserstoff Atome gerne aneinander hängen. Das ganze basiert auf dem Unterdruck, der im Leitbündel durch das Xylem gebildet wird. Wer sich gar nichts darunter vorstellen kann, soll ein Getränk mal mit einem Strohalm trinken, dann hat der den Prozess nachvollzogen.

Und übrigens wer kennt sonst noch ein Wort xy am Anfang?

5. Oktober, 2014
von ltcmdrdata
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Das Wort zum Sonntag: Kladderadatsch

Kladderadatsch ist ein Ausdruck der vor allem in der Gegend rund um Berlin hat. Normalerweise umschreibt es Klatsch und Tratsch, kann aber auch ein heilloses Durcheinander beschreiben und es kann auch einen wortreichen Streit beschreiben.

Das Wort ist mir in den Hörspielen von Franz Musil begegnet. Auch wenn es im 6. Fall war. In seinem Fall bedeutet es Klatsch und Tratsch. Ein wunderbarer Term auf jeden Fall. Das Wort Kladderadatsch war auch der Name einer deutschsprachigen politisch-satirische, wöchentlich erscheinende Publikation, welche von 1848 bis 1944 erschien.Die Herausgeber dieses Magazins hatten viel zu tun in dieser Zeit, sie waren auch immer im Kontext der jeweiligen Politik eingeklemmt.

Mir gefällt das Wort, weil es viele Möglichkeiten der Interpretation gibt und es auf den Kontext ankommt. Worte, welche ihren Sinn im Kontext erst ausprägen finde ich sehr schön. Und wenn Sie mal einen Kladderadatsch haben, dann sagen sie dem auch so. Wie viele Worte mit 4 a und 3 d’s kennen Sie den sonst noch?

Übrigens ich denke alle Fälle von Franz Musil sind sehr gute Unterhaltung.

28. September, 2014
von ltcmdrdata
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Das Wort zum Sonntag: Zazen

Zazen (Japanisch  座禅, dt. „Sitzmeditation“) bezeichnet eine Meditationstechnik des Zen-Buddhismus.

Zazen kann im Lotossitz (Kekka-Fuza), im halben Lotossitz (Hanka-Fuza), im sogenannten Burmesischen Sitz oder im Fersensitz (Seiza) durchgeführt werden. Hilfsmittel wie das Sitzkissen (Zafu), ein Sitzschemel oder die Meditationsbank werden ebenfalls genutzt, gelten jedoch als weniger effektiv, da durch die traditionelle Sitzweise die Extremitäten in der Nähe des Körperzentrums positioniert werden und somit eine stärker zentrierte Haltung erlauben. Welcher Sitz auch immer gewählt wird, die Knie sollen Bodenkontakt haben.

Zazen soll Körper und Geist zur Ruhe bringen und den Boden für mystische Erfahrungen wie  Kenshō (Japanisch 見性; Erschauen des eigenen Wesens, Natur erkennen), was eine geistige Erfahrung in der Tradition des Zen ist oder das Satori (Japanisch 悟り, wörtlich: „Verstehen“) was eub Erlebnis der Erleuchtung im Zen-Buddhismus beschreibt.

Für mich ist das Zazen eine gute Position um ab und zu wieder zur Ruhe zu finden. Es muss nicht gleich eine mystische Erfahrung sein, aber wenn das Becken ruht und ich ganz langsam durch meinen Köper gehe in Gedanken, dann hilft das, die Ruhe wieder zu finden und zu behalten. Es gibt noch viele andere Möglichkeiten, das gleiche zu erreichen, aber die wenigsten haben zwei Z im Namen und das macht das Wort zu einem wunderbaren WoS.

Viel Spass, falls Ihr es mal ausprobieren wollt.

 

19. September, 2014
von ltcmdrdata
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Das Wort zum Sonntag: Assertion Theorie

Die Behauptungs (Selbstbehauptungs) Theorie (englisch Assertion Theory) hilft Antworten in stressreichen Situationen zu finden. Sie basiert auf drei Stilen. Dabei handelt es sich um die Behauptung, die Nicht-Behauptung und Aggression.

Behauptung Theorie basiert auf der Annahme, dass jeder Mensch bestimmte Grundrechte  hat. Zu diesen Rechten gehört das Recht, Anfragen oder Begehrlichkeiten abzulehnen, ohne  sich schuldig oder egoistisch zu fühlen. Das Recht auf eigene Bedürfnisse, die genauso wichtig sind wie die Bedürfnisse anderer Menschen, das Recht Fehler zu machen  und das Recht uns solange zum Ausdruck zu bringen, als wir die Rechte anderer nicht verletzen.

Basierend auf diesen Rechten stehen uns in Stress-Situationen drei Antwortstile zur Verfügung:

  • Behauptung: Der Akt der das Eintreten für die eigenen Grundrechte ohne Verletzung der Grundrechte anderer wird als Behauptung bezeichnet. Dabei handelt es sich um einen Antwort-Stil, der die Grenzen zwischen den eigenen individuellen Rechten und den Rechten anderer anerkennt und diese Grenzen stabilisiert für das eigene Wohl. Eine Antwort auf die Frage, ob jemand Jan’s neuen Sportwagen für einen Trip ausleihen kann, könnte wie folgt aussehen: “Ich sehe Deinen Bedarf für ein Transportmittel, aber mein Auto ist mir zu wertvoll, als das ich es verleihen kann”.
  • Nicht-Behauptung: Würde hier zur Ausleihung des Auto führen und dann wäre Jan den Rest des Tags gestresst oder Ängstlich weil er das Auto ausgeliehen hat.
  • Aggression:  Die dritte Antwort-Stil,  findet statt, wenn eine Person die Grenzen des Anderen übertritt und seine individuellen Rechte über die Rechte des Gegenüberstellt.  Jan, könnte so klingen: “Das ist wohl ein Scherz.” Damit würde Jan den Respekt und die Höflichkeit seinem Gegenüber verletzen

Wer sich Behaupten will, sollte Sätze wie folgt beginnen: “Ich denke”, “Ich fühle”, “Ich möchte” und dann ein “wie wir diesen Punkt lösen” gefolgt von “bist Du einverstanden?”.  Wer mehr wissen möchte findet hier unter Formula X mehr dazu. Schaut es euch mal an. Die Methode hilft mehr als man denkt und man kann sie sehr konsequent nutzen.