Braintank

Thoughts - Ideas - Action

Ich denke über Change Management wurde hier schon viel geschrieben. Mein liebster Gesprächspartner und ich haben uns auch darüber unterhalten. Und die Frage ist, gibt es Change durch Liebe? Klar, alle Verliebten dieser Welt beweisen das jeden Tag auf’s Neue.

Aber kann Change durch Liebe auch in Firmen eingesetzt werden? Gibt es solche Möglichkeiten. Ich denke ja, wenn man sich genügend Zeit nehmen kann und will. Und wenn man als Management bereit ist, mit kleinen Ergebnissen zufrieden zu sein.

Wenn nun aber die nötige Zeit und Stabilität nicht gegeben ist, dann glaube ich, nicht an Change durch Liebe. Und aus dem Kochbuch vom letzten Jahr, hier noch mal, die Dinge, welche ich schon angewandt habe.

  • Prüfen Sie die Stars. Meistens sind die Helden einer Organisation auch ihr Problem. Prüfen Sie deshalb genau, welche Helden Diamanten sind und welche einfach nur auf der Welle geschwebt haben.
  • Nutzen Sie günstige Momente aus. Helfen Sie den Menschen, zu verstehen, warum es einen Change braucht. Zum Beispiel, wenn etwas einfache nicht geklappt hat, nutzen Sie es als Beispiel für den Grund des Changes.
  • Helfen Sie durch Druck, den Widerstand der Kulturänderung nutzstifend einzusetzen. Jeder Change braucht, einen Grund. Gezielter Druckt hilft diesen Grund schneller aufzubringen. Druck kann als Katalysator wirken. Er bereitet die Veränderung vor, führt aber auch zu Widerstand. Dieser Druck sollte konstant getrieben werden, bis der Change in Bewegung kommt. Dann kann man sehr viele Dinge los und laufen lassen.
  • Wählen Sie, ändern Sie und schaffen Sie passende kulturelle Formen und Spielregeln. Wer die Regeln bestimmt, bestimmt das Spiel und wer das Spiel bestimmt, führt die Veränderung.

Das hat sich bis jetzt bewährt und ist im 360° Feedback auch auf mich zurückgekommen. Leider bin ich noch nicht am Punkt angekommen, wo die Dinge von alleine laufen und ich wieder los lassen kann.

8 thoughts on “Change Management durch Liebe?

  1. „Gibt es Change durch Liebe?“ Als erstes steht natürlich die Frage an, was heisst in diesem Zusammenhang Liebe oder Change. Setzt Liebe die Bereitschaft zur Veränderung voraus bzw. kann man von Liebe sprechen, wenn diese Bereitschaft oder das Vermögen nicht vorhanden ist? Es liegt in meiner Natur die Dinge zu trennen und so trenne ich auch Change (Bereitschaft/Vermögen) und Liebe und so glaube ich, dass Liebe die Notwendigkeit zum Change auslösen kann und fehlt die Bereitschaft oder die Fähigkeit diesen Umzusetzen, wird entweder die Liebe oder das Glück der Betroffenen auf Dauer untragbar strapaziert.

    Im beruflichen Umfeld, ist es nach meiner Erfahrung nicht (oder selten) die „Liebe“ die eine Veränderungsbedarf schaffen und von dort her, glaube ich auch nicht, dass Change durch Liebe in diesem Umfeld eine zentrale Rolle spielt. Jedoch glaube ich, dass die Umsetzung einer Veränderung mit Liebe gestaltet werden kann und so auf Dauer erfolgreicher ist.

  2. Eine spannende Frage. Ich denke es gibt nur zwei Auslöser: – Liebe und – Schmerz. Eigentlich das Gleiche, nur mit anderen Vorzeichen.

    Vor allem auch die Anmerkung, dass „das Glück der Betroffenen“ untragbar strapaziert wird, stimmt sicherlich. Sie werden sich daraus verändern. Was für beide Seiten gut ist. Und ja, man sollte das was man tut mit Liebe und Hingabe tun, ansonsten es nicht gut wird.

    Bleibt noch die Frage, wie man mit dem Faktor Zeit umgeht. Wenn man die Zeit des Changes verkürzen will, dann benötigt das mehr Energie um möglicherweise schneller zu sein. Aber ist das immer gut?

  3. @zap:
    Mir gefällt deine Analyse zum Thema Change und Liebe sehr und auch die Beschreibung wie Change und Liebe zusammenspielen. ….ich gehöre auch zu jenen Menschen, die trennen….Ich denke, dass Change aus Liebe nicht funktioniert und das ist für mich jene Fehl-Erwartung, welche viele Beziehungen auseinanderbrechen lässt.

    @Itcmdrdata:
    Ich denke (im beruflichen Leben) entscheidet der Change-Einführer auf eine Art für die Andern was „gut“ ist. Das macht das ganze so delekat in der Ausführung, macht die Grenze zur Arroganz so fein und führt häufig zu den negativen Gefühlen bei den Mitmenschen. Ich denke deshalb es braucht viel Mut (und noch viele andere Fähigkeiten) um als Change-Einführer zu arbeiten.

  4. @ltcmdrdata: Faktor Zeit: „Hast Du es eilig, gehe langsam“ oder so ähnlich. Man kann die Menschen nicht zur Veränderung treiben jedoch leiten. Bei zu hohem Tempo erreiche ich im besten Fall Konformismus jedoch keine Hingabe oder Bekenntnis zur Veränderung.

    Als zweiten Aspekt sehe ich, dass der Einsatz von so viel Energie beim Change-Agent auch zu Erwartungen führt und die bei „Misserfolg“ zu Frustration oder Resignation führen: „Soviel investiert, meinte es nur gut; trotzdem keine Veränderung und nur Widerstände….“.

    Ein Beschleunigungsfaktor der helfen kann ist die Veränderung glaubwürdig und aufrichtig mit einem unerfüllten Bedürfniss zu verbinden. So integriert man die Komponente „What’s in for me“. Die Schwierigkeit hierbei ist, ein echtes Bedürfnis zu erkennen und zu thematisieren.

  5. @zap. Wie immer hast Du völlig recht. Ich denke, die Ungeduld ist das Yang der Geduld und ab und zu schlägt sie durch. Und der Konformismus hilft eben auch nicht wirklich weiter, aber er würde in der Situation helfen.
    Für Deinen zweiten Aspekt hilft dann wohl Leidenschaft. Probiert und nicht geklappt, noch mal probieren.
    Ich denke es war gut, habe ich nach einer Druckphase einfach mal Ferien eingeplant. Von mir aus und schon vorgängig. Das ist Neu für mich und macht mir sehr viel Freude!

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