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Das Wort zum Sonntag: Prekarisierung

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Prekarisierung abgeleitet vom lateinischen „precarius“ auf Deutsch „prekär“ bedeutet das Wort im eigentlichen Sinne  „misslich“, „schwierig“ oder auch „vorübergehend“. In der französischen Soziologie wird er spätestens seit den frühen 1980er-Jahren gebraucht, um bestimmte Arbeitsverhältnisse zu beschreiben, mit denen der Betroffene nicht seine Existenz bestreiten kann.

Die Bewertung dieser Unsicherheit als „prekär“ akzentuiert den Aspekt, dass Lebensverhältnisse schwierig sind, bedroht werden oder zum sozialen Abstieg führen können. Mit dem Begriff Prekariat werden Gruppierungen bezeichnet, die aufgrund ihrer Lebensumstände sozial abgestiegen sind bzw. von einem sozialen Abstieg bedroht sind. Übersetzt beschreibt es  Arbeitsplätze mit niedrigem Lohn, mangelndem Kündigungsschutz, geringer Arbeitsplatzsicherheit oder fehlende Massnahmen, um soziale Ausgrenzung zu vermeiden.

Die NZZ fast unter dem Titel „Eigentlich müssten die Löhne steigen – doch die Prekarisierung verhindert das„, folgendes zusammen: In der Weltwirtschaft macht sich wieder etwas Optimismus breit. So sind in den vergangenen drei Jahren in den meisten Industrieländern die Arbeitslosenquoten gesunken. Laut Lehrbuch müsste dies dazu führen, dass die Löhne anziehen.

Wer jetzt einen Blick in die Geschichte wagt, wird sehen, das Prekarisierung häufig auch die Grundlage für Umbrüche war. Wenn man plötzlich auch zu den Verlieren einer Veränderungsperiode gehört, wie soll man damit umgehen? Wie wollen wir als Gesellschaft damit umgehen, dass sich eine Schere öffnet und neue Möglichkeiten nur ganz Schwach am Horizont erkennbar sind? In solchen Phasen sind die Menschen offen für konservative Tendenzen. Und das sehen wir gerade in unseren Nachbarländern. Wer sich fragt, woran man das Festmachen kann:

  • Keine fixe Anstellung mehr, man arbeitet häufiger weniger als 30 Stunden pro Woche
  • Häufig muss man mehr als einem Job nachgehen um gut zu leben
  • Finanzielle Unsicherheit und keine gefestigte Lebensplanung
  • Die Selbstbestimmtheit verlangt einem viel mehr ab

Natürlich kann diese Zukunft auch positiv Konotiert werden. Vielleicht ist es wichtig auch noch mal das Positive der Arbeit zu würdigen. Wie gesagt, es ist die Aufgabe von uns allen als Gesellschaft uns zu verändern und zu entwickeln und dabei keine Gruppen zurückzulassen. Es kann nämlich fast jeden treffen von der Verkäuferin bis zum Akademiker. Darum soll man bei der Digitalisierung, welche hilft die Resilienz des Unternehmens zu erhöhen auch immer an die Salutogenes denken, für die Unternehmen, die Menschen und die Gesellschaft.

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