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Das Wort zum Sonntag: Schreibtischentgleiser

Schreibtischentgleiser nennt man heute jemanden der die Grenzen des Anstands verletzt.

Der Begriff wurde geprägt, als im Bundeshaus SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga den Saal verliess, als sie im Frühling von SVP-Nationalrat und «Weltwoche»-Verleger Roger Köppel direkt kritisiert wurde.

Früher war es ja so, dass die Linken die Bürgerlichen attaktierten sich  und sich mangelnden Benimm vorwerfen lassen mussten. Heutzutage ist es umgekehrt und die Linken sind dünnhäutig gegen Invektive (eine Beleidigung oder Beschimpfung) von rechts: Köppel habe die Grenzen des Anstands verletzt, er sei ein «Schreibtischentgleiser», sagte SP-Fraktionschef Roger Nordmann. Übrigens wird in anderen Parlamenten auch mal Hand angelegt und man prügelt sich.

Der Begriff gefällt mir, weil wir ja heute viel mehr im Büro arbeiten und Schreibtischentgleisungen uns viel häufiger als E-Mail begegnen. Wer sich austauschen will, soll auf sein Gegenüber zugehen, so Auge in Auge werden solche Gespräche meistens besser.

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