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Eigentlich ist jedem klar, was es braucht für ein erfolgreiches Projekt: Eine stabile Liste der Lieferobjekte, eine gute Mann- und Frauschaft und genügend Zeit. Dann braucht es einen Auftraggeber oder Sponsor, der den Projekterfolg will und eine Projektleitung, welche sicherstellt, dass alle Elemente zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, bis das gewünschte Ziel erreicht ist. Die Projektleitung ist also wie ein Koch in der Küche.

Nun scheint es aber gerade bei Projektleitungen auch Menschen zu geben, die sich eher als Projektbegleitende sehen. Das heisst, sie stehen auch in der Küche, tun aber wenig bis nichts zum Erfolg des Essens. In einem Restaurant hiessen solche Leute übrigens Gäste. Und die müssten dann für das Essen zahlen. Selbstverständlich wird jetzt irgend jemand betroffen die Definition von Wiki suchen:

Der Projektleiter ist für die operative Planung und Steuerung des Projektes verantwortlich. Je nach Projektart ist er in diesem Zusammenhang für das Erreichen von Sach-, Termin-, Kosten- bzw. Ausbildungszielen im Rahmen des Projekts zuständig. Im Bereich der Planung legt er Ziele sowie benötigte Ressourcen für deren Erreichung fest.

Stimmt eine Projektleitung ist also nur eine Abwicklungs-orientierte Funktion, welche nichts mit dem zu liefernden Objekt zu tun. Zum kontextfreien Projektmanagement habe ich mich schon geäussert. Scheint zu Abstrakt zu sein. In diesem Jahr habe ich aber die wirklichen Unterschiede gelernt, zwischen echter Projektleitung und schöner Projektbegleitung. Beide Wege können zum Ziel führen. Der eine ist sicher mit Arbeit verbunden, der andere nur mit effizientem Einsatz von Ressourcen. Man findet meistens jemanden, der den Projekterfolg will und dann auch alles dafür tut. In einem KMU darf die Projektleitung immer auch Mitarbeiten. Es geht darum aus den Zutaten das beste Essen zu kochen. Zu verstehen, was geht und was nicht. Im Zweifelsfall muss man auch mit Lieferanten reden und diese zur Mitarbeit motivieren.

Projektbegleitung dagegen stellt sicher, dass Informationen ein Machtmittel sind. Man informiert selektiv und zeitlich unterschiedlich. Man versucht zu zeigen, dass man alles Menschenmögliche für den Erfolg gemacht hat. Man versucht das schwächste Glied im Spiel zu finden und diesem das Versagen anzuhängen. Alle anderen, z.B. Lieferanten, Software, fehlendes Testing oder die Informatik, sind schuld am Resultat. Nur man selbst nicht. Jetzt ist es so, dass ich als Informatik kein Interesse daran habe für Dinge verantwortlich gemacht zu werden, welche ich gar nicht beeinflussen kann. Es ist auch nicht Interessant immer schuld zu sein. Also retten wir von Zeit zu Zeit auch einmal ein Projekt. Eigentlich macht so eine „Mission Impossible“ sogar sehr Spass, aber eben irgendwann hat man alles in seinen Grundzügen gesehen! Über Death March Projekte ein anderes Mal mehr.

Am meisten würde es mir dann helfen, wenn Projektbegleitende sich an die hier beschriebenen Regeln halten würden oder wenn sie den Mut fassen würden sich um ihr Projekt zu kümmern. Mehr zu lernen. Nicht alles zu glauben. Sondern sicher zu sein! Glaubt mir ich mag gerne gutes Essen, ich mag auch gerne gute Projekte, das einzige was ich nie mögen werde, sind Projektbegleitende, die mir danach erzählen wie grossartig sie waren. Da bin ich ziemlich nachtragend.

Und wer mehr darüber wissen will, sollte diesen Text über Niccolo als CIO noch einmal lesen.

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